| DJ Cornholio |
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Es dürfte kaum jemanden entgangen sein, dass seit einigen Monaten ein neuer Wind in Freibergs Musikszene weht. DJ Cornholio begeistert das Partypublikum mit seinen housigen Sounds. Freibergerleben wollte mehr über Ihn erfahren und traf sich zum Interview mit dem 22-jährigen Oschatzer. Dein Name „Cornholio“ leitet sich von der MTV Cartoon Figur „Beavis“ ab. Warum gerade dieser Name? Der Name entstand bei einer Party. Als wir die DVD „Beavis & Butthead Do America“ nebenbei laufen ließen, erschrak ich die anderen mit „Ich bin Cornholio!“. Tja und von da an war ich halt immer der Cornholio... Seit wann legst du auf? Seit Mitte 2006 lege ich vor Publikum auf. Davor hab ich einige kleine Privat-Partys unterhalten. ![]() Dich kann man in Lounges sowie in Clubs/Partys hören. Wie unterscheidet sich da dein Set bzw. dein Stil? Also ich mag beide Formen des Auflegens. Sowohl den chilligen Lounge-Abend, genauso wie die durchgefeierte Partynacht. Mein Set unterscheidet sich dabei sowohl im Mixing, wie auch in der Trackauswahl. In Bars bevorzuge ich eher vocal-lastige, ruhige, teilweise gar melancholische Tracks, während es im Club etwas elektronischer wird. Zudem fliegen da immer ein paar Acapellas mit ein. Apropos, man sieht bei dir häufig einen zusätzlichen CD Player. Was meinst du zum Einzug der digitalen Technik in die DJ-Szene? Wird der Plattenspieler irgendwann aussterben? Ja genau, ich habe fast immer einen zusätzlichen dritten Player dabei. Mit dem spiel ich meist Acapellas oder bearbeitete Tracks ab. Ich finde es eine recht praktische Ergänzung im DJ-Set. Ob ich mir vorstellen könnte komplett auf Vinyl zu verzichten? Eher nicht. Es ist einfach Kult! Klar sind CD’s oder gar MP3’s via Laptop einfacher zu transportieren und zu handeln. Aber ein DJ ist Künstler. Da sollten praktische Aspekte nicht im Vordergrund stehen. Wie beurteilst du die Entwicklung der Musik. Wohin geht der Trend deiner Meinung nach? Wohin der Trend allgemein geht ist schwierig. Ich denke, dass generell der musikalische Wert immer mehr abnimmt. Früher hat man sich ein Album gekauft. Heute lädt man sich nur einzelne Titel runter. Problem an der Sache ist, dass einem nur die eingängigen Sachen zusagen. Was wird aus den Songs, die einen vielleicht erst beim zweiten Hinhören packen? Was sagst du zur Abwesenheit der elektronischen Musik im TV? Schwieriges Thema. Es ist sicher unverständlich wie ein ganzes Land Freitag- bzw. Samstag-Nacht zu House & Co abtanzt und dann wird es totgeschwiegen. Früher dachte ich, dass der schlechte Ruf, den elektronische Musik hat, durch die vielen peinlichen Titel der 90er entstand. Doch wenn ich aktuelle Pop- oder Hip-Hop-Produktionen sehe, dann müsste da ja auch bald Schluss sein (lacht)... Thema Drogen: Wie beurteilst du die Lage? Ist es wahr, dass die meisten Vorfälle bei Partys elektronischer Musik stattfinden? Das stimmt. Wobei ich das noch differenzieren muss. Es wird sicher auf einer Underground-Techno-Party mehr eingeworfen, als bei einer Ibiza-House-Party. Eigentlich ist es mir egal, was die Leute nehmen, solange nicht andere geschädigt oder belästigt werden. Wenn ich allerdings sehe wie viele Jugendliche „gut gelaunt“ unterwegs sind, dann macht mich das schon etwas nachdenklich. Egal ob Drogen oder Alkohol. Kommen wir zu Freibergs Partykultur: Der Old Bahnhof wurde vor kurzem geschlossen. Nun bleiben lediglich die kommerziellen Partys im Tivoli, die Studentenpartys und kleinere Veranstaltungen im E.A.C. Reicht das für Freiberg oder siehst du da noch irgendwo Potenzial für neue Veranstaltungen? Freiberg schreit regelrecht nach neuen Veranstaltungen! Das Angebot ist sehr begrenzt und der Ablauf eingeschliffen. Es fehlen Ideen, und noch viel schlimmer, neue Locations. Es gibt sicher viele Leute, die etwas bewegen wollen. Nur wollen viele einfach nicht miteinander kooperieren. Aber so ist es sicher woanders auch... Thema Kommerz: Du spielst sowohl in Clubs, wie auch auf massenverträglichen Partys. Wie gehst du mit diesem Widerspruch um? Unterscheidet sich dein Set bei unterschiedlichem Publikum? Ja klar unterscheidet sich mein Set. Als DJ sollte man sich ja dem Publikum anpassen, was allerdings in einem gesunden Rahmen sein muss. Es sollte ja noch Niveau haben. Wie bereitest du einen Abend vor? Hast du ein spezielles Ritual oder eine bestimmte Gewohnheit? Also meistens sortier ich Nachmittags meine Platten raus, die ich mitnehme. Das kann schon einmal paar Stunden dauern. Dann versuch ich noch ein bisschen zu relaxen, sehe mir eine DVD an oder gehe etwas essen mit Freunden. Wie viele Platten hast du eigentlich immer dabei? Ich nehme immer zu viele mit (lacht). Es sind immer zwischen 150 und 250 Vinyl dabei. Deine Residenz war das „Quake“ in Freiberg, hast du denn schon eine Neue oder bleibst du dem Quake treu? Genau. Leider musste ich den „House Club“ (donnerstags) beenden. Ansonsten bleib ich dem Quake treu. Will heißen, man trifft mich an diversen Freitagen oder Samstagen immer mal wieder da an. Wie sieht deine Zukunft als DJ aus? Wo würdest du gerne hin? Wo siehst du dich in fünf Jahren? Ich hoffe doch, dass mich die Leute noch eine Weile hören wollen (lacht). Meine DJ-Karriere ist ja noch sehr jung und es stehen noch viele Wege offen. Wo ich in fünf Jahren stehe ist eine gute Frage. Ich würde mich über viele Bookings freuen. Ach und eine Residenz auf Ibiza wäre auch ne feine Sache (lacht). Spaß beiseite, ich hoffe, dass ich noch ein bisschen rumkomme, neue interessante Leute kennen lerne und viele unvergessliche Auftritte habe. Vielen Dank für deine Antworten. Das Freibergerleben Team wünscht dir weiterhin alles Gute und viel Erfolg! |
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